Anatomie 1 Vorlesung und Mikroskopisches Praktikum: 
Haut und Hautanhangsgebilde

PD Dr. Rolf Kötter. Zentrum für Anatomie und Hirnforschung, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf


Haut (Cutis, Integument)

Funktionen:

Hauttypen:


Name Felderhaut Leistenhaut
Verteilung größter Teil der Haut Beugeseite von Fingern + Zehen, Innenfläche von Hand + Fuß
Form polygonale Felder; Höhe + Anzahl der Bindegewebspapillen korreliert mit mechanischer Beanspruchung parallel gerichtete Leisten und Furchen (2 Reihen hoher Bindegewebspapillen je Leiste)
Drüsen Schweiß- + Duftdrüsen auf der Höhe der Felder; Haare + Talgdrüsen in den Furchen Schweißdrüsen treten durch Drüsenkämme (Vorsprünge der Epidermis zwischen den BGW-Papillen in das Corium); keine Haare, Talg- oder Duftdrüsen
Schichtung kein Stratum lucidum Stratum lucidum
Felderhaut mit Haaren (Präparat 83a)
Leistenhaut mit Stratum lucidum und deutlichen Papillen (Präparat 82a)

Schichtung:


Grobeinteilung Feineinteilung Zellschichten
Epidermis (Oberhaut) Hornhaut Stratum corneum
" Verhornungsschicht Stratum lucidum (nur in dicker Epidermis: Innenflächen von Hand + Fuß)
" " Stratum granulosum
" Stratum germinativum (Regenerationsschicht) Stratum spinosum
" " Stratum basale (Zellneubildung)
"   Basalmembran
Dermis (Corium, Lederhaut) Stratum papillare  
" Stratum reticulare  
Subcutis (Unterhaut)    

Regionale Unterschiede:

Zelltypen der Epidermis:

Dermis:

Subkutis:

Blut- + Lymphgefäße:

Nerven:

(zumeist markscheidenfreie C-Fasern)+ Rezeptororgane (meist markscheidenführende Aß-Fasern)

Mikroskopische Differenzialdiagnose verschiedener Hautpräparate:

  1. Dicke der Haut insgesamt, der Epidermis und der Hornschicht
  2. Stärke und Anordnung der Verzapfung von Epidermis und Corium; Leistenhaut oder Felderhaut
  3. Pigmentierung
  4. Vorhandensein und Verteilung von Haaren (Primärhaare=Lanugo einzeln, Sekundärhaare=Terminalhaare in Gruppen von 3-5 Haaren)
  5. Vorkommen von Talgdrüsen ohne Haare (Lippenrot, Augenlid, Brustwarze, Innenseite von Labium minus und Praeputium, Anus)
  6. Vorkommen von apokrinen Schweißdrüsen (Achselhöhle, Warzenhof, Leistenbeuge, After, Augenlid, äußerer Gehörgang, etc.)
  7. Vorkommen von glatten Muskelzellen außer Mm. arrectores und Gefäßmuskulatur (Labium majus, Tunica dartos des Scrotum, Brustwarze/Warzenhof)
  8. Bau der Subcutis (Fett, Retinacula, Verschieblichkeit)
  9. Angrenzende Gewebe (z.B. hyaliner Nasenknorpel, elastischer Ohrknorpel, Milchdrüsengewebe, Corpus cavernosum, Schleimhautübergang)
  10. Lokale Baubesonderheiten (Lippe, Augenlid, Nasenflügel, Praeputium, Labium minus)
Verschiedene Drüsenanschnitte in der Kopfhaut (Präparat 83a, Goldner)
Ohr mit elastischem Knorpel (Präparat 85, HE)

Hautanhangsorgane:

Haare:

Haare der Kopfhaut im Schrägschnitt auf verschiedenen Höhen (Präparat 83)

Mamma:

Tubuloalveoläres Drüsenepithel der Mamma lactans mit verschiedenen Funktionszuständen (Azan)
Gutes Beispiel eines Drüsenläppchens einer Mamma lactans (DD: Prostata)
Übersicht des Präparat 79 Ruhende Mamma (HE)
Detail aus Präparat 79 der rudimentären Ausführungsgänge ohne Drüsenepithel
Übersicht des Präparat 80 Mamma lactans (HE)
Tubuloalveoläres Drüsenepithel der Mamma lactans
Ausführungsgang der Mamma lactans mit zellreichem Inhalt

Letzte Änderung: 14.01.2003
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