Anatomie Seminar: Dermatome

Dr. Rolf Kötter. Zentrum für Anatomie und Hirnforschung, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Letzte Änderung: 22.5.98


Definition:

"Innervationsbezirk der einzelnen Rückenmarkswurzeln auf der Haut." (Pschyrembel)

Sherrington-Gesetz:
"Jedes Dermatom wird aus 2-3 benachbarten Rückenmarkssegmenten innerviert, wobei sich die Innervationsbezirke der sensiblen Spinalnervenwurzeln teilweise überlagern." (Pschyrembel)

Entwicklungsgeschichte:

Dermatome und Hautinnervation der Extremitäten.

"Unter einem Dermatom versteht man ein Hautgebiet, das von einem einzelnen Spinalnerven mit seinem zugehörigen Ganglion versorgt wird. Während der 5. Embryonalwoche wachsen Nerven aus den Extremitätengeflechten (Plexus brachialis und Plexus lumbosacralis) in die Extremitätenknospen ein. Diese Nerven versorgen dann jeweils segmentale Abschnitte der Extremitäten, und zwar sowohl an ihrer ventralen als auch an der dorsalen Seite. Je mehr die Extremitäten in die Länge wachsen, um so mehr verschieben sich die Hautsegmente gegeneinander, so daß schließlich die distalen Segmente den Kontakt mit den rumpfnahen Segmenten und ihren zugehörigen Spinalnerven verlieren. Obwohl sich während dieser Entwicklung die ursprüngliche Anordnung der Dermatome stark verändert, läßt sich beim Erwachsenen doch noch die Aufeinanderfolge der Hautsegmente klar erkennen. Beim Arm sind die von C5 und C6 versorgten Areale den von Th2, Th1 und C8 versorgten benachbart. Die Überlappung über die ventroaxiale Grenzlinie ist jedoch minimal. Mit den Spinalnerven zusammen wachsen dann auch autonome, vegetative Nerven, die u.a. die Blutgefäße versorgen, in die Extremitäten ein.

Die Hautnerven versorgen bestimmte Areale der Haut, die aber nicht mit den Dermatombezirken übereinstimmen. Vielmehr zeigen die Hautnervenareale und die Dermatome beträchtliche Überlappungen. Im allgemeinen sollte man jedoch berücksichtigen, daß das Dermatommuster nur einen Hinweis auf die Spinalnervensegmente gibt, d.h., wenn die dorsale Wurzel eines Spinalnerven durchschnitten wird, entstehen zwar bestimmte Ausfälle im zentralen Bereich des zugehörigen Dermatoms, aber wegen der erwähnten Überlappungen der sensorischen Hautareale kommt es nicht zu einem vollständigen, scharf begrenzten Sensibilitätsausfall. Die Reihenfolge der Dermatome am Arm folgt absteigend der Außenseite des Arms bis zur Hand und dann an der Innenseite wieder aufsteigend bis zum Rumpf. Ein ähnliches Muster liegt beim Bein vor. Hier können die Dermatome in der Reihenfolge von oben nach unten zunächst ventral bis zum Fuß und dann wieder aufsteigend an der Dorsalseite bis zur Gesäßregion verfolgt werden. Auch die Muskeläste der Spinalnerven machen das Längenwachstum der Extremitäten und die Segmentverschiebung mit. Der schräg absteigende Verlauf der Nerven des Plexus brachialis und des Plexus lumbosacralis erklärt sich u.a. durch die charakteristischen Wachstumsbewegungen der Extremitätenanlagen." (Moore)

Unterschiedliche Darstellungen von Dermatomen an signifikanten Stellen:

C4:

C7: Erhebungen ("Spitzen") in den Thoraxdermatomen: Th1: Mamille: Umbilicus: L1: Hoden bzw. Labia majoris: Penis: Ursachen für die unterschiedlichen Darstellungen:
Verfaßt durch Studierende im Seminar Anatomie.

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